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Monster skateboard Magazine Interview mit Jamie Thomas MSM: Hallo Jamie. Sehr schön, Dich mal vor dem Mikro zu haben. Du schleppst ein kleines Handikap mit Dir rum wie ich sehe. Was ist passiert? JT: Ich hab mir mein Handgelenk gebrochen als ich dieses fette Rail in Marseille geskatet bin. Ich bin am Pfosten des Rails hängengeblieben und dabei hat´s mir das Board weggezogen. Naja, und dann bin ich leider unglücklich auf meinem Handgelenk gelandet und dabei ist es weggebrochen. Es war mein erster Tag in Europa. Am nächsten Tag hab ich es röntgen lassen und einen Gips bekommen, der bis über den Ellenbogen geht. Der Gips muß jetzt, laut Arzt, drei Monate dran bleiben. Und wenn das nicht reicht muß ich wohl unters Messer. Jetzt kann ich leider kaum skaten, denn wenn ich nochmal auf die Hand slamme, wäre das nicht so gesund... MSM: Ich finde es sehr bemerkenswert, daß Du trotzdem die Demos durchziehst. JT: Ja klar skate ich! Aber ich kann halt nicht das auspacken, was ich sonst gerne machen würde. Ich kann halt nur ein bißchen fahren. Ich liebe es zu skaten! Es ist schrecklich im Moment, das schlimmste Szenario für mich! Ich kann nicht skaten und noch nicht einmal richtig Autogramme geben, weil mir der Arm so schmerzt... Das ist echt bitter, aber ich versuche trotzdem, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. MSM: Klingt nach einer sehr professionellen Einstellung... JT: Ich versuche es. Ich versuche Autogramme zu geben und auch zu skaten, aber mit einem gebrochenen Arm funktioniert das leider nicht so gut. Jedenfalls nicht im Moment, da es ja erst ein paar Tage her ist. Ich gebe halt alles aber irgendwann geht´s nicht mehr. MSM: Ich denke, dafür werden alle Verständnis haben. Vielleicht ist das ja die späte Rache Deines Körpers für die ganzen sicken Dinger, die Du in Misled Youth ausgepackt hast? JT: Oh, ich weiß nicht. Ich hab mich ja auch während der Dreharbeiten immer kräftig langgemacht, so ist es ja nicht. Ich hab mir einige Male die Knie getrasht, so dass ich dachte, da wäre ein operativer Eingriff fällig. Irgendwann erwischt es einen halt mal wieder. Shit happens. Wenn ich jetzt zu Hause wäre, könnte ich mich wenigstens um eine Menge Business kümmern, anstatt nur hier rumzusitzen und kaum skaten zu können. MSM: Hast Du schon daran gedacht, Dich vorzeitig aus der Tour auszuklinken und wieder nach Hause zu fliegen? JT: Wir sind nur fünf Skater auf dem Trip und wenn ich jetzt zurückfliegen würde, wäre schon ein großer Prozentsatz nicht mehr dabei und deshalb bleibe ich. MSM: Wie lange hat es letztenendes gedauert, das Misled Youth-Video fertigzudrehen? JT: Einige Jungs im Team haben dem Video nicht die Ernsthaftigkeit beigemessen wie ich es getan habe. Das erste Footage habe ich bereits kurz nach dem Thrill Of It All-Streifen gefilmt. Und auch wenn ich nicht das gesamte Footage verwende, so versuche ich doch so viel zu filmen wie möglich. Am Ende schneide ich alles zusammen und nehme gegebenenfalls hier und da auch wieder einige Teile raus, dann vornehmlich älteres Material. Ich hab etwa über ein Jahr lang gefilmt und das Team etwa sechs Monate. MSM: Hast Du eine perfektionistische Ader? JT: Yeah, hmm... Ich versuche immer, meine Sachen so gut wie möglich zu machen aber nee, ob ich wirklich ein Perfektionist bin, kann ich nicht sagen. MSM: Ich habe zumindest den Eindruck, daß Du sehr professionell an die Dinge rangehst. JT: Es kommt immer drauf an. Ich meine, die Leute gucken schon ganz genau hin, was und wie man etwas macht. Aber im Endeffekt ist es wohl eine Sache des Selbstrespekts, die mich dazu antreibt, die Dinge so gut wie irgendwie möglich anzugehen. Und es ist eine Respektsfrage an meine Sponsoren. MSM: Was bringt Dich dazu, so viel Energie in ein Video zu stecken? JT: Ich versuche einfach nur alles zu machen, von dem ich glaube, daß ich es kann. Alles, wozu ich mich in diesem oder jenem speziellen Moment im Stande fühle. Und darauf baue ich meinen Videopart auf. Ein Videopart von mir sollte jeden Trick beinhalten, den ich kann bzw. denn ich filmen kann. Denn manchmal ist ja gar keiner dabei, um diesen oder jenen Trick festzuhalten. Und manchmal fehlt einem auch einfach die Geduld und man fährt nur so und allein für sich. Ich versuche einfach alles zu geben und mit meinen Video-Parts auf eine bestimmte Art hervorzustechen. Heutzutage muß man schon eine Menge machen, da es mittlerweile soviele gute Skateboarder gibt. Um von den Kids die gewünschte Aufmerksamkeit zu bekommen, muß man sich richtig reinhängen und das ist oft nicht einfach. Und genau auf Grund dieser Tatsache widme ich mich den Tricks, die ich angehe, noch intensiver, fordere mich noch härter und mache Sachen, die schon hart im meinem persönlichen Grenzbereich liegen. MSM: Also spürst Du in irgendeiner Weise schon einen bestimmten Druck, der von außen auf Deiner Person liegt? JT: Manchmal. Ich fühle mich nicht unter Druck gesetzt, wenn ich beispielsweise zu Hause bin, wenn ich jedoch draußen unterwegs bin merke ich diesen Druck schon. Die Leute erwarten von mir, dass ich einen Skatepark auseinandernehme wie ich z.B. in Misled Youth fahre, doch in einem solchen Park bieten sich gar nicht die Möglichkeiten derart zu fahren. Die Sache mit dem Handrail in Marseille ist ein hervorragendes Beispiel. Ich kann in den Bowls da nicht viel machen. Ich meine, natürlich kann ich die Bowls fahren und auch eine Menge Spaß dabei haben, aber ich kann keine Demo fahren, die meinen Parts in den Videos ähnlich ist. Aber genau das erwarten die Kids von mir, also sind wir zu diesem Handrail gefahren und das Ergebnis kennst Du ja... Also, ich fühle diesen Druck schon manchmal. Und ich fahre auch nicht mehr so oft auf Contests, weil es da nichts gibt, was ich dort machen könnte. Ich arbeite jedes Jahr so intensiv an meinen Videos, dass auf einem Contest auf keinen Fall etwas vergleichbar Konstruktives rumkommt. In einem Video hast du auch alle Zeit der Welt und kannst Dir genau den Spot suchen, den Du killen willst. Aber auf einem Contest musst du das fahren, was sie dir dahin gebaut haben und mehr nicht. Es macht auch einfach nicht soviel Spaß Obstacles zu fahren, die für Skateboarding gebaut worden sind als die natürlichen Dinge auf der Straße "It´s not as fun skating stuff that´s made for skateboarding rather than skating natural things." Außerdem kommt hinzu, dass, wenn immer du auf einem Contest fährst, dir gleich irgendjemand im Rücken sitzt. Auf der Straße gibt es nur mich und das ist auch der Platz wo ich hingehöre. Nur dort kann ich mein Skateboarding wirklich weiterentwickeln und mich somit beim skaten gut fühlen. Also bleibe ich lieber zu Hause und skate mit meinen Freunden, denn wenn du mit deinen Buddies skaten gehst, hast du am meisten Spaß. MSM: Es fällt schwer, sich das bildlich vorzustellen, aber Du bist doch sicherlich auch schon mal Vert gefahren, oder nicht? JT: Ja klar, manchmal. Aber ich dorke nur rum und das auch nur zum Spaß. Ich nehme es nicht sehr ernst. Streetskating dagegen nehme ich, und ich denke das ist offensichtlich, sehr ernst. Streetskating ist mein Leben, es bedeutet alles für mich. Streetskating ist meine Art zu überleben, meine Art mental zufrieden zu sein. Ich nehme Transitions nicht besonders ernst, ich gurke nur durch die Gegend und versuche nicht, irgendwelche Tricks auf Rampen zu lernen. MSM: Wenn über Dich geschrieben oder geredet wird verwenden die Leute nur noch Superlative bzw. ziehen Vergleiche zu Dämonen usw. Schmeichelt Dir das, nervt es Dich oder ist es Dir im Endeffekt egal? JT: Eigentlich ist es mir egal. Die Leute von den Magazinen sind vielleicht gelangweilt und versuchen ihre Geschichten ein bißchen tricky zu verpacken. Ich meine, ich trage schwarze Klamotten aber das hat nichts mit meiner religiösen Einstellung zu tun. Ich weiß nicht, was solche Leute denken. Wahrscheinlich wollen sie die Stories hier und da etwas hochpeppen, damit es lustiger klingt und dann denken sie sich eben irgendwelche Spitznamen bzw. Synonyme aus. MSM: Was denkst Du, wenn die Leute Dich als Gap King bezeichnen? Fühlst Du Dich dadurch reduziert? JT: Es ist mir egal. Es spielt keine Rolle. Ich habe meinen Spaß mit dem, was ich tue. Ich fahre auch rum und übe z.B. Switch Tricks. Die Leute, die so etwas sagen, kennen mich ja gar nicht richtig. Wenn sie mich besuchen kämen, mit mir und meinen Freunden skaten würden, abends nach Hause gingen und sagen würden: "Alles was der kann ist, sich Gaps runterzustürzen," dann wäre das etwas anderes... MSM: Du hast eben über Religion gesprochen. Würdest Du Dich als einen religiösen Menschen bezeichnen? JT: Oh yeah, aber das entwickelt sich erst seit einiger Zeit. Ich will noch mehr über solche Dinge lesen und somit mehr über Religion erfahren, aber in letzter Zeit entwickle ich mich doch mehr und mehr zu einem religiösen Menschen, viel mehr als früher. Meine Frau Joanne ist ein bekennender Christ und sie hat diesbezüglich mein Leben verändert. Aber solche Dinge passieren nicht über Nacht. Okay, Du beschließt eines Tages Dich Gott zu öffnen aber dennoch brauchen solche markanten Dinge ihre Zeit sich zu entwickeln. Das bedeutet auch harte Arbeit an einem selbst und es bedarf stetig wachsender Überzeugung. Ich bin auf diesem Wege, aber ich muss noch viel mehr über diese Dinge für mich selbst in Erfahrung bringen bevor ich sagen kann, dass ich den für mich richtigen Weg gefunden habe. Ich gehe in die Kirche und lese viel, aber wie gesagt, das geht erst ein paar Monate so und damit ist noch alles ziemlich neu für mich. MSM: Wo kommst Du her? JT: Geboren bin ich in Florida, aber aufgewachsen und angefangen zu skaten habe ich in Alabama. Eigentlich habe ich schon in Florida angefangen zu skaten aber richtig ernsthaft ist es erst in Alabama geworden. Ich habe zwischendurch eine Weile aufgehört, weil niemand mehr Skateboard gefahren ist. Irgendwann waren dann wieder mehr Leute unterwegs und somit war ich auch wieder motiviert. Wir sind dann immer bei uns in der Nachbarschaft rumgecruist oder haben uns Ramps gebaut - das war´s. Ich habe schon damals zu all den Pros aufgeschaut, viele Magazine gelesen usw. Ich habe dann immer davon geträumt, selbst einmal in einem Magazin zu sein, aber nie ernsthaft daran geglaubt. Ich hab alles so genommen wie es kam, bin mit meinen Freunden geskatet und habe eigentlich nur meinen Spaß gehabt. Als ich älter wurde bin ich dann vermehrt zu Contests gefahren. Ich wollte einfach sehen, wie ich abschneide, auch gegenüber schon gesponsorten Fahrern und habe gemerkt, dass ich durchaus, na sagen wir mal, konkurrenzfähig war. Dann habe ich angefangen Videos von mir an diverse Companies zu schicken und hier und da auch mal ein bißchen Stuff von einigen Leuten bekommen, ohne dass ich allerdings in deren Team gewesen wäre. Vielleicht wie ein Flow-Team aber mehr auch nicht. Das lief dann eine Weile so vor sich hin und in jener Zeit habe ich auch in einer Amateur Contest-Serie recht gut abgeschnitten, bin dann sogar bis in die Finals gekommen und im Zuge dessen hat sich auch der Traum entwickelt, nach Kalifornien zu gehen. MSM: Hat Kalifornien das erfüllt, was Du Dir davon versprochen hast? JT: Well, Kalifornien bietet eine Menge Möglichkieten, sämtliche Companies und fast alle guten Skater sind dort zuhause. Allerdings wird einem nicht alles auf einem Tablett serviert. Es ist zwar alles da, aber man muß es sich schwer verdienen. "Everything was there for the taking, but you had to earn it." So war es auch bei mir. Ich mußte mir einen gewissen Bekanntsheitsgrad erarbeiten und so gut und so hart skaten, wie es irgendwie möglich war, um letztenendes aus allem hervorzustechen. Ich denke, es geht letztenendes immer darum hervorzustechen. Nur wenn du gut genug bist, dich aus allen anderen Leuten hervorzuheben, werden dich die Menschen registrieren, dir Beachtung schenken. Wenn nicht, schwimmst du bloß mit wie alle anderen Kids. MSM: Fühlst du dich mittlerweile in Kalifornien zu Hause? JT: Ja definitiv! Weil ich eine Menge Freunde gefunden habe, verheiratet bin und mir damit mein eigenes Leben geschaffen habe. Mein Leben findet also auch rein persönlich in Kalifornien statt, deshalb ist es mein Zuhause. Wenn ich nach Alabama fahre, habe ich ebenfalls das Gefühl nach Hause zu kommen, weil dort meine Familie lebt und all die anderen Menschen, die ich sehr gerne habe. Es ist beides mein Zuhause - ja, auf jeden Fall! MSM: Es sieht meistens so aus, als würdest Du es täglich darauf anlegen, dich selbst zu zerstören... JT: ... yeah well, ich bin eigentlich sehr froh darüber, dass ich schon eine Menge Sachen gemacht habe, zwar oft geslammt bin, vieles probiert habe, und mich dabei nicht verletzt habe. Ich tue mir schon sehr oft weh, aber auf der anderen Seite mache ich jetzt, wo ich 24 Jahre alt bin, dickere Dinger, als damals, als ich 18 war. Psychisch habe ich mich weiterentwickelt und auch mein Körper ist kräftiger geworden. Natürlich werde ich älter, aber ich mache heute z.B. fettere Ollies, als ich sie jemals gemacht habe. Man sollte meinen, dass ich derzeit mein bestes Skateboarding zeige. Ich denke, ich bin im Moment auf meinem Höhepunkt angelangt - Misled Youth ist mein Höhepunkt. Solange mein Körper die Belastungen mitmacht, werde ich mein Bestes geben. Ich arbeite gerade an meinem eigenen Video, kein 411-, kein Transworld-, kein Zero-Video, ich mache einfach mein eigenes Projekt. MSM: Vielleicht kannst Du die Frage nicht mehr hören, aber wirst Du Dich noch einmal am Leap of Faith versuchen? JT: Ich hätte es sicherlich in der nächsten Zeit noch einmal versucht, aber nun habe ich mir ja nunmal den Arm gebrochen und ich bin mir nicht sicher, ob ich versuchen will, das Gap mit einem gebrochenen Arm zu klären. Ich weiß nicht, eines Tages werde ich nochmal hinfahren und darüber nachdenken. Aber ich denke, ich werde es nochmal versuchen, ohne es jetzt verbindlich versprechen zu wollen. Eines Tages, wenn ich mich gut genug fühle, werde ich dorthin fahren und es nochmal versuchen. Wenn ich mich mental dazu in der Lage fühle, werde ich es machen. Aber ich fühle keinen Druck gegenüber den Kids oder auch mir, als dass ich es jetzt nochmal unbedingt probieren müsste. Natürlich will ich es nochmal versuchen, alleine schon deshalb, weil ich wissen will, ob es überhaupt möglich ist. Damals ist mein Board gebrochen, also ist es schief gegangen. Ich möchte wissen, ob es möglich ist, aber Druck von irgendwelchen Seiten verspüre ich keinen. MSM: Weißt Du wie hoch das Gap ist? JT: Zwischen fünf und sechs Meter. Hmm yeah..., etwas über fünf Meter. MSM: In wie fern achtest Du auf Deinen Körper, auf Deine Gesundheit? JT: Ich versuche so gut zu essen wie möglich und meinen Körper nicht mit Mist zu versorgen. Auf Tour in Deutschland ist das schon schwierig für mich, in Europa generell. Aber auf seine Ernährung zu achten gehört für mich schon zu den Basics. Ich mache allerdings nicht viel Training außerhalb des Skateboardings. Ich sollte es vielleicht tun, aber ich habe immer sehr viel um die Ohren. MSM: Du lebst vegan, stimmt das? JT: Yeah! MSM: Ist das mehr eine Attitude in Bezug auf den Respekt vor Tieren, oder hat es für Dich einfach nur vermeintlich gesundheitliche Gründe? JT: Ich bin schon lange Vegetarier und habe mich früher auch als Straight Edge bezeichnet. Heute zählt für mich einfach nur noch der gesundheitliche Aspekt, und hat für mich nichts mehr mit der Zugehörigkeit zur Straight Edge Szene zu tun. Ich habe niemals mit Drogen rumprobiert, oder Fleisch gegessen. Irgendwann habe ich mir überlegt, dass ich aber über die Milch und den Käse von, mit Hormonen aufgepeppelten Rindern, trotzdem noch eine Menge Drogen zu mir nehme, also hab ich auch das gelassen. Danach dachte ich: "Ey, du sparst dir das alles, also kannst du auch auf Leder verzichten!" Anschließend habe ich mich vermehrt mit Tierschutz beschäftigt und für mich bemerkt, dass es eine sehr eigensinnige Angelegenheit ist, tierische Produkte zu konsumieren, in welcher Form auch immer. Die Leute argumentieren, dass man schließlich die Menschheit ernähren müsse, und dabei sei Fleisch ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Aber sie wissen nicht bzw. verschweigen, dass diese Nahrungskette schon rein wirtschaftlich überhaupt keinen Sinn ergibt. Denn mit dem Getreide, mit dem man die Tiere mästet, könnte man vergleichsweise viel mehr Menschen ernähren. Es geht dann letztenendes natürlich ums Geld. Es ist eine Art zu leben und meine ist es nicht. Ich mache ganz allein mein Ding, und wenn jemand meine Meinung dazu hören möchte, kann ich sie gerne bringen. Wenn nicht, behalte ich meine Meinung für mich. MSM: Bist Du persönlich engagiert in Sachen Tierschutz? JT: Ich bin kein Aktivist, oder so etwas. Aber ich habe viel darüber gelesen und weiß demnach auch eine Menge zu diesem Thema, und wenn ich beispielsweise etwas über eine bestimmte Company höre, die die Rechte der Tiere mit Füssen tritt, trage ich meinen Teil dazu bei zu helfen, indem ich jene Company boykottiere. Viele Firmen machen Tierversuche, um ihre Produkte zu testen, wie Gilette z.B. Ich denke, das ist der Beitrag, den man ohne Weiteres leisten kann. Aber nein, ein richtiger Aktivist bin ich nicht, schon allein aus dem Grunde, als dass ich viel sehr mit Skateboarding beschäftigt bin. Ich habe kaum Freizeit zwischen dem Leben mit meiner Frau, Adio und Zero, dazu Fotos machen, Skateboarding selbst und natürlich dem Produzieren von Videos. MSM: Stichwort Adio. Warum geht man von Emerica weg, um bei einer anderen blutjungen Shoe Company einzusteigen? JT: Bei Emerica sind in jener Zeit einige Sachen passiert, von denen ich nicht so begeistert war. Chris (Miller) hatte davon gehört und da er gerade dabei war, eine neue Shoe Company aufzuziehen, fragte er mich, ob ich nicht Lust hätte, für ihn zu fahren. Die finanzielle Rückendeckung in Bezug auf Adio war auch gegeben, so dass man die Möglichkeiten hatte, vernünftige Schuhe zu produzieren. Ich war bereits mit dem Hause Planet Earth durch meinen Deal mit Mercury Trucks verbunden, kannte Chris bereits seit vielen Jahren, dachte aber zunächst, dass das letzte, was die Skateboard Industrie brauchen könne, (noch) eine neue Shoe Company wäre. Aber dann habe ich die Sache nochmal überdacht und sah die Möglichkeit, meinen Input zu den Schuhen zu geben. Dazu kam, wie gesagt, dass ich mit Emerica nicht mehr so recht glücklich war, also habe ich diesen Schritt getan. Es ist mir sehr wichtig, dass ich meine Ideen in die Projekte, mit denen ich zu tun habe, einbringen kann, damit ich ein wenig stolz darauf sein kann, wie z.B. auf Zero. MSM: Du bist ein Skateboarder, zu dem viele Kids aufschauen. Zu wem schaust Du auf bzw. von wem lässt Du Dich inspirieren? JT: Ich mag Matt Hensley sehr gerne, Kris Markovich und John Cardiel, Frankie Hill. Aber es gibt auch eine Menge Leute, von denen die meisten Leute da draussen noch nie etwas gehört haben, und die ich sehr schätze. Leute, die neue Limits setzen. Matt hat vielleicht nie fette Gaps gemacht, aber er hat damals sehr viel Innovatives ins Streetskating einfliessen lassen. MSM: Wie wichtig ist Musik für Dich? JT: Es ist wierd! Ich mache im Moment eine komische Phase durch, da sich, wie schon erwähnt, auch mein Leben derzeit ändert. Ich höre alle möglichen Arten von Musik. Sie ist wichtig für mich, ganz bestimmt, um mich inspirieren zu lassen. Derzeit lese ich Bücher mit Inhalten, mit denen ich mich nie zuvor beschäftigt habe, und ähnlich steht es auch mit der Musik. MSM: Black Metal? JT: Nein, nicht sehr häufig, weil ich mit der Message persönlich nicht viel anfangen kann. Auch die ganzen Misfits Klamotten gehen ja in diese Richtung, Horror usw. Irgendwie ist das witzig, aber letztenendes bin ich ein sehr ernsthafter Mensch. Mit fällt es halt schwer, mich mit Musik zu identifizieren, wenn ich mit den Lyrics nichts anfangen kann. Mit Hip Hop ist das ähnlich. Ich nehme keine Drogen, rauche kein Gras und hab nicht ständig neue Frauen am Wickel, deshalb ist Hip Hop so gesehen nicht meine Musik. Trotzdem mag ich die Beats von Hip Hop und manchmal versuche ich auch die Texts zu überhören, nur weil mir die musikalische Seite gut gefällt. MSM: Aber die Wahl der Musik in Euren Videos fällt schon aus dem Rahmen... JT: Manchmal kommen beispielsweise Hip Hop Bands aus dem Nichts und werden durch Skate Videos populär. Nach sechs Monaten sind sie wieder weg vom Fenster und der oder die Songs sind noch immer auf dem Streifen. Der Großteil der Musik, die wir in unsere Videos schneiden ist in dem Sinne populär, als das es diese Songs bereits seit 10-15 Jahren existieren und immer noch geil sind. MSM: Drunk Injuns..? JT: Yeah, die hatten ja z.B. schon damals auf dem Savannah Slammer Video ihre Mukke drauf. MSM: Ist das auch ein bißchen eine Hommage auf die alten Tage? JT: Ja, weil es Musik ist, die für immer gut sein, für immer rocken wird. Es ist Musik, die man als Kid gehört hat. Damit hat man auch eine ganz besondere Beziehung dazu. MSM: Ich denke, wir kommen zum Ende. Möchtest Du noch jemanden grüßen, jemandem danken? JT: Ja, in erster Linie natürlich meiner Frau Joanne, dann Adrian, Erik, Matt, Jim, Wade und Micah bei Zero, Scott und Aaron, Danke auch an Ed Templeton und den Rest von Toy Machine, Ty, Kirk und Lee für´s filmen, Todd Swank, Matt Barker, Rob V., und Cleon. Vielen Dank an Amy, Kevin und Jen bei Tum Yeto, Chris Miller. Danke an Kirk, Salba, Hurley und Sean für ihre Freundschaft, und schließlich Danke an meine Familie und alle, die mir in meinem Leben geholfen haben. MSM: Ich danke ebenfalls... Interview: Carsten Bauer ---Vielen Dank an das Monster Skateboard Magazine!!!---



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